Interview mit dem Sozialpsychologen Andreas Zick über Obdachlose, Vorurteile, Superpenner

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Superpenner-Comic-Aufstart

Der Superpenner-Comic aus Berlin ist seit Tagen in aller Munde, seit heute im Verkauf und vielleicht bald in vieler Hände. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Werbeagentur Scholz & Friends und der Straßenzeitung strassenfeger, erdacht, geschrieben und gezeichnet von Stefan Lenz.
Schon vor der Veröffentlichung wurde darüber diskutiert, in der Redaktion, mit den Verkäufern und Obdachlosen auf der Straße. Ein Obdachloser, ein sogenannter Penner, der ausgerechnet durch Bier zu Superkräften gelangt. Zu klischeehaft? Zu unkorrekt? Oder deshalb genau das Richtige zum jetzigen Zeitpunkt? Denn Obdachlose, das erforscht Andreas Zick, Professor für Sozialisation am Institut für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung (IKG) der Universität Bielefeld, seit Jahren, sind zunehmend Vorurteilen und Anfeindungen ausgesetzt.

Boris Nowack: Herr Zick, Ihre Meinung zum Comic?

Andreas Zick: Mutig! Denn es geht ja um zwei Zielgruppen. Zum einen die Wohnungslosen selbst, die Leute, die den strassenfeger verkaufen. Und dann das Publikum, die Leser. Das ist quer gedacht.
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Der Mauerfall

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Gallery-Gang
Berliner protestieren gegen den erneuten Abriss eines Teils der denkmalgeschützten East Side Gallery. Hier eine Gruppe, die von der Polizei weggeschickt wurde. Die Meinungsfreiheit bzw. Redefreiheit ist zwar in Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verankert, ebenso wie die Demonstrations- bzw. Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG BRD, Art. 12 Europäische Grundrechtecharta, Art. 11 Europäische Menschenrechtskonvention), beide finden jedoch ihre Einschränkungen, insbesondere was „Versammlungen unter freiem Himmel“ angeht. Hierbei ist das Versammlungsgesetz entscheidend, was jedoch eigentlich Eil- und Spontanversammlungen ausschließt, weil diese wiederum unter die Versammlungsfreiheit fallen. Obige Gruppe wurde dennoch mit dem Hinweis des Platzes verwiesen, dass sie mehr als zwei Personen seien und ihre Demonstration daher vorher hätten anmelden müssen.
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