Kunst mit Glühbirnen als Hommage und Abschied

Standard

EDISON KunstinstallationDie Künstler Fabian Bleisch und Sibin Vassilev haben mit „EDISON“ eine Licht- und Klanginstallation geschaffen, die zugleich eine Hommage an und ein Abschied von der herkömmlichen Glühbirne ist.
Die Ablösung der Glühbirne durch Energiesparlampen wurde 2008 in Brüssel beschlossen und dann in den folgenden Jahren schrittweise durchgeführt. Die neuen Lampen sind teuer, im Vergleich zu Glühbirnen mit Vakuum und Draht ein Hightech-Produkt mit Chemie und Quecksilber, die aufwändig produziert und entsorgt werden müssen, und liefern eine ganz andere Lichtqualität, die nicht jeder als angenehm empfindet und für bestimmte Zwecke ungeeignet ist.
Fabian Bleisch ist Lichtgestalter an Berliner Theatern und schätzt das Lichtspektrum der Glühbirnen. „Es ist am nächsten am Tageslicht dran“, erklärt er. Er bezweifelt außerdem, dass es bei der Entscheidung, die Glühbirne abzuschaffen, ums Energiesparen ging und vermutet wirtschaftliche Interessen dahinter. „Der Film ‚Bulb Fiction‘ von Christoph Mayr hat mich inspiriert. Außerdem wollte ich ohnehin mal mit Sibin zusammen Kunst machen.“ Sibin Vassilev und Fabian Bleisch
Sibin Vassilev ist Klangdesigner an Berliner Theatern und stammt aus Bulgarien. Dort war die Installation bisher zweimal zu sehen. Für drei Tage war sie nun in Berlin im Dock11 aufgebaut. „Es sind 48 Glühbirnen zu je 40 Watt, die Geräusche kommen aus einem 6.1-Surround-System“, erklärt er. „Die Glühbirnen werden von Midisignalen und einer Lichtsteuersoftware getriggert.“
Man kann durch die Installation hindurchlaufen und die Lampen beobachten, wie sie heller und dunkler werden, aufblitzen oder laufen, immer passend zur Geräuschkulisse. „Mit herkömmlichen Energiesparlampen wäre das gar nicht möglich“, sagt Fabian. „Man kann sie nicht dimmen, sie brauchen zu lange, bis sie ihre ganze Helligkeit entfalten. Außerdem ist das Licht nicht schön.“

EDISON Kunstinstallation
Die Geräusche bestehen aus Gesprochenem, in dem man über die gesundheitlichen Gefahren der Energiesparlampen und über den Entscheidungsprozess in Brüssel erfährt, dazu Melodien, Klangteppiche und Geräusche wie zerberstende Glühbirnen. Tiefe elektronische Sequenzen in Verbindung mit dem Wechsel aus hell und dunkel in den alten Gemäuern schaffen mitunter eine Atmosphäre, die mich an das Computerspiel ‚Half Life‘ erinnert. Die Installation läuft in einer zehnminütigen Schleife. „In Bulgarien haben wir sie mehrere Tage von früh bis spät gezeigt. Und obwohl die Birnen durch das An- und Ausschalten strapaziert werden, ist bisher keine kaputtgegangen“, sagt Fabian.
Wo die Installation als nächstes zu sehen sein wird, wissen die beiden noch nicht. „Wir würden sie schon gerne auch in einer Galerie sehen“, erzählt Sibin. „Allerdings eignen sich die wenigsten Räume dafür. Die Wände in den meisten Galerien hallen zu sehr.“ Die Backsteinwände im Dock11 in der Kastanienallee sind dafür wie geschaffen.

Hier eine dreiminütige Filmsequenz der Installation in Berlin,

die gesamte Version auf Bulgarisch mit deutschen Untertiteln gibt es hier: http://vimeo.com/76157797

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/events/255929297915231/?ref=22
http://www.semantics-of-sound.com
http://www.dock11-berlin.de/
http://www.bulbfiction-derfilm.com/

© Text, Fotos und Video Boris Nowack

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s