Ohne eigenes Auto mobil — Car-Sharing ist die ideale Alternative zum eigenen Fahrzeug. Hohe Flexibilität bei geringen Fixkosten

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Der Traum vom eigenen Auto wird in der Großstadt schnell zum Albtraum. Verstaute Straßen tagsüber, abends mühsame Parkplatzsuche, hohe Haltungskosten und gelegentliche Reparaturen machen das heiligs Blechle zum teuren und ärgerlichen Statussymbol. Rausgeworfenes Geld, da das Fahrzeug die meiste Zeit Stehzeug ist. Sinnvoller und zeitgemäß ist es daher, sich das Auto mit anderen zu teilen. In Berlin gibt es reichlich Angebote.
Car-Sharing in Berlin
Man kennt das vom eigenen Umzug. Den Transporter sollte man Tage, wenn nicht Wochen im Voraus telefonisch bestellen und am Stichtag muss man mit Ausweispapieren, der Meldebescheinigung und einer hohen Kaution am Schalter warten. Viel zu umständlich für eine spontane Fahrt. Diese Lücke schließen Car-Sharing-Firmen und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. An über 220 Stationen in Berlin stehen Autos für registrierte Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit.
Car-Sharing in Berlin
Sechs Unternehmen teilen sich momentan den Markt in Berlin auf und bieten dabei unterschiedliche Konzepte und Fahrzeuge an: Green Wheels und DB Carsharing (Flinkster) sind die größten mit über 60 Stationen, danach folgen Stadtmobil (50), Hertz on Demand (20) und Cambio (10). Dass dieser noch neue Markt stets im Umbruch ist, beweist die Einstellung des Angebots Sixti des Autoverleihers Sixt, der im Oktober 2011 viele seiner Stationen und Kunden an Stadtmobil abgab und mit Drive Now ein gänzlich neues Konzept gestartet hat.
Car-Sharing in Berlin

So einfach wie ein Mietfahrrad

Es ist die modernste Herangehensweise, denn bei Drive Now kann man Autos minutenweise mieten. Auch muss der Kunde die Fahrzeuge nach Gebrauch nicht an festgelegten Stationen abstellen, sondern parkt sie einfach in der Stadt im weiträumigen Geschäftsgebiet von Sixt. Gefunden und gebucht werden können die Fahrzeuge via Internet am Computer oder Smartphone oder über eine telefonische Servicenummer. Diese Flexibilität hat ihren Preis. Eine Minute kostet 29 Cent, nach zehn Minuten also bereits 2,90 Euro. Dafür bekommt man bei den übrigen Anbietern das Auto für eine ganze Stunde, allerdings werden dort die gefahrenen Kilometer zusätzlich berechnet. Die durchschnittliche Fahrtdauer gibt Drive Now mit 30-45 Minuten an. Daran ist schon ersichtlich, an wen sich Car-Sharing richtet: Gelegenheitsfahrer, die im Jahr nicht mehr als 12.000 Kilometer fahren. Laut Stadtmobil ersetzt eines ihrer Autos 7 bis 9 private PKW, durch die gesamte Flotte werden 50 km Stellplatzlänge frei. Der Autoteiler tut also etwas für den eigenen Geldbeutel, die Umwelt und das Stadtbild.
Car-Sharing in Berlin
Nach der persönlichen Anmeldung gegen Gebühr in einer Niederlassung des Anbieters seiner Wahl, kann sich der Kunde für unterschiedliche Tarifmodelle entscheiden. Vielfahrer wählen einen höheren Monatsbeitrag bei geringeren Zeittarifen (zwischen 5 und 25 Euro), Wenigfahrer einen geringen Monatsbeitrag bei etwas höheren Stundenpreisen (zwischen 0 und 5 Euro). Auch die Auswahl der Fahrzeugklasse und –größe hat einen Einfluss auf die Kosten. Tagsüber kostet eine Stunde je nach Tarifmodell, Fahrzeuggröße und Anbieter so zwischen 1 und 6 Euro, der gefahrene Kilometer wird mit 17 bis ca. 40 Cent abgerechnet. Wer das Auto über Nacht braucht – ab 22 Uhr bei Green Wheels und ab 23 Uhr bei Cambio –, zahlt nur die gefahrenen Kilometer. Zutritt zum Auto oder Schlüsseltresor (Cambio) erhält man mit der Kundenkarte und nach einer Reservierung, die auch kurzfristig getätigt werden kann. Falls ein Fahrzeug zur Verfügung steht, kann man sofort losfahren. Eine Fahrt vom Prenzlauer Berg nach Wilmersdorf und zurück kostet so weniger als 20 Euro. Günstiger als ein Taxi – und höflicher allemal.
Car-Sharing in Berlin
Trotz Tarifdschungel eine günstige Lösung

Das alles hört sich aufgrund der unterschiedlichen Anbieter zunächst kompliziert an. Und tatsächlich lohnt es sich, zu rechnen. Auch eine Mitgliedschaft bei verschiedenen Vermietern kann sinnvoll sein, weil sich ein Fahrtpreis immer aus Dauer und Entfernung zusammensetzt und die Tarife variieren. Auch sollte man beachten, dass sich eine Abgabestation in Wohnortnähe befindet. Wer jedoch für den täglichen Weg zur Arbeit etwa auf den in Berlin hervorragend ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr vertraut und ein Auto nur hin und wieder benötigt, der fährt mit Car-Sharing deutlich günstiger.
Car-Sharing in Berlin

© Text und Fotos Boris Nowack

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Ein Gedanke zu “Ohne eigenes Auto mobil — Car-Sharing ist die ideale Alternative zum eigenen Fahrzeug. Hohe Flexibilität bei geringen Fixkosten

  1. Ein sehr interessanter Artikel. Da ich mein Auto eigentlich auch nur Gelegentlich brauche und sonst lieber mit dem Zug unterwegs bin sollte ich mir das wirklich mal überlegen. Nur wohne ich nicht in Berlin sondern in München, doch wozu gibt es das Internet?

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