Kapostrophe bei n-tv

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„Breaking News“: Gravierende Genitivgrammatikgadaschdrophe in Gölle

Es hatte sich bereits in der wegen des Todes von Steve Jobs eilig einberufenen n-tv-Redaktionskonferenz abgezeichnet: Dem Kölner Sender gehen die Satzzeichen aus.


Die in der Vergangenheit für den schlampigen Umgang mit den raren Ressourcen verantwortlichen Redakteure räumten ein, dass die Nachrichtenzeile des Senders zwar noch nie ein Quell der Erkenntnis in Rechtschreib- und Grammatikfragen war. Allerdings sei man sich nicht bewusst gewesen, dass die verwendeten Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen einem endlichen Kontingent entstammten. Nun war klar: Der Grund für die teils miserable Qualität im deutschen Fernsehen sind die hohen Abgaben, die für die Nutzung des Alphabets an die Duden-Redaktion bezahlt werden müssen. Häufig genutzte Buchstaben und Zeichen sind dabei teurer als seltener verwendete. Ein ‚e‘ zum Bispil kommt dn Sndr tur zu sthn. Da Kontingente im Voraus eingekauft werden müssen, wird darauf geachtet, die weniger benutzten (und damit weniger sinnvollen) Satzzeichen seltener vorzubestellen. Darunter fällt auch das Genitivapostroph, über dessen Sinn man sich in vielen Redaktionen schon den Kopf zerbrochen hat. (Nicht zu verwechseln mit dem deutschen Plural- und dem Einfachsoapostroph, das günstig ist und daher häufig Verwendung findet.)
Die Berichterstattung über den Tod des ehemaligen Apple-Chef’s (sic) Steve Job’s (dead) stellte alle vor ein Riesenproblem (storck). Denn da der Name Jobs auf s endet (geübte ABC-Schützen erkennen dies auf Anhieb), würde man für Genitivkonstruktionen die seltenen und momentan in der Redaktion nicht mehr vorhandenen Apostrophe benötigen. Noch nicht mal auf inzwischen im Keller gelagerten weil ausrangierten Computertastaturen waren welche übrig. (Dabei handelte es sich ironischerweise nicht um Apple-Tastaturen.)
Daher entschloss man sich, einfach gar keine Apostrophe zu setzen. „Das merken unsere Zuschauer eh nicht“, hieß es aus internen Quellen. „Und wer auf Rechtschreibung im Journalismus so großen Wert legt, soll sich gefälligst eine Zeitung kaufen. Irgendein Berliner Qualitätsblatt. Tagesspiegel oder so. Wir machen hier Fernsehen!“, lautete der Rat. Schließlich sind die meisten Sätze auch ohne Apostroph korrekt. Ausnahmen bestätigen die Grammatikregel:

  • SAP-Chefs: Jobs Wirken wird fortleben
  • WELTWEITE BESTÜRZUNG ÜBER JOBS TOD (Laut schreien!)
  • Lance Armstrong „erschüttert“ über Jobs Tod
  • Nachbarn halten Andacht vor Jobs Wohnhaus
  • Jobs Fans strömen zum Apple-Hauptquartier

Professioneller trat der Nachbarsender (auf der Fernbedienung) N24 auf. Er war sparsam mit seinem Buchstaben- und Satzzeichenkontingent umgegangen und konnte so seiner Wettermoderatorin Miriam Pede einen schicken Lackrock in sexy Dunkelrot kaufen.
Wettermoderatorin Miriam Pede in schickem Kleid

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