Was treibt Sie an? Etwa auch Automatenknacken?

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Die Banken und Sparkassen in Deutschland und Europa sind in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten, weil sie nicht genug für die Sicherheit ihrer Systeme tun, um Kunden vor unberechtigten Abbuchungen oder Diebstahl am Automaten zu schützen. Es nennt sich Phishing (Abluchsen der PIN-Daten via Mail oder durch Umleiten auf eine gefälschte Bankseite), Skimming (Abgreifen der Kartendaten mittels gefälschtem Lesegerät am Automaten in Verbindung mit Minikameras für die Übertragung der PIN) oder Cash-Trapping (ein simpler Klebestreifen hält bei der Ausgabe Geldscheine zurück) und fällt in ein und dieselbe Kategorie: Stehling.
Was treibt Sie an?
Dass Automaten so leicht manipuliert werden können, ist ein Armutszeugnis für die reichen Banken und noch mehr, dass wenig dagegen unternommen wird. Es ist billiger, bestohlenen Kunden Schadensersatz zu leisten, als landesweit sichere Karten oder Automaten zu installieren. Zumal wenn man nicht sicher sein kann, ob die Konkurrenz dieselben Investitionen vornehmen wird. Denn diese Kosten fehlen am Ende in der Jahresbilanz und die Aktionäre ärgern sich.

Deshalb überträgt man die Verantwortung auf den Kunden. Vielen Bestohlenen wird pauschal vorgeworfen, sie hätten die PIN auf ihrer Karte oder anders nah notiert. So ist es oft ein Kampf David-Kunde gegen Goliath-Bank vor Gericht um Gerechtigkeit. Nur wer sich ordentlich wehrt, bekommt sein Geld wieder.
Freilich hilf Aufklärung an dieser Stelle. Und so verteilt auch die Volksbank Berlin Faltblätter in ihren Filialen am Automaten. Die Werbefuzzis und PR-Strategen beweisen dabei Humor – oder Ungeschicktheit.

Der neue Slogan der Volksbank lautet „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.“ Direkt unter dem Titel des Faltblatts „Betrügerische Manipulation an Geldautomaten“ klingt das fast nach Hilfestellung für den Getriebenen. Ist Automatenhacking wirklich eine Zwangshandlung? Oder nur ein Hobby? Brauchen Sie als Betrüger Hilfe? Dann treten Sie doch unserem Gesprächskreis bei, den Anonymen Automatenattackierern, den AAA. Ganz oben im Telefonbuch. Noch vor AAUmzüge. Wir treffen uns einmal im Monat und berichten von unseren Erfolgen und Rückschlägen. Erbeutetes darf mitgebracht werden, wir geben es dann anonym an die Bank zurück. *hust*

Bezüglich der Untätigkeit der Banken was die Sicherheit ihrer On- und Offline-Systeme angeht, also Internetbanking oder Karten und Geldautomaten, ergibt freilich auch der altbekannte Slogan der Volksbank einen tieferen Sinn:
„Betrügerische Manipulation an Geldautomaten — Wir machen den Weg frei.“

Danke!

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