Schöne Bescherung! — Weihnachtsmänner und Engel auf Bestellung

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Das Weihnachtsbüro vermittelt Weihnachtsmänner und Engel zum Fest und bringt Kinderaugen zum Leuchten

Verbreite Harmonie und Güte, sei großzügig und freundlich, fluche nie, telefoniere und rauche nicht in Anwesenheit anderer. Das sind keine neuen Verhaltensregeln für Berliner Gastronomen, sondern Teil des Ehrenkodexes der Weihnachtsmänner. Den hat Petra Henkert erdacht und bietet damit ein Alleinstellungsmerkmal im Weihnachtsmännergeschäft.
Petra Henkert
Vor zehn Jahren hat sie das Weihnachtskompetenzcenter ins Leben gerufen. „Nach meinem Umzug ins Berliner Umland stellte ich fest, dass es dort keine Weihnachtsmänner gab“, sagt die Unternehmerin, die auch ein Event-Netzwerk betreibt. Anders als in der Hauptstadt, wo die Heinzelmännchen vom Studentenwerk seit über 60 Jahren einen solchen Service bieten. Zunächst für ihre eigenen Kinder, die inzwischen aus dem Alter raus sind, und dann für andere Familien organisiert Henkert alle Jahre wieder die Besuche der Männer mit dem (zumeist angeklebten) weißen Bart.
Eine Konkurrenz zu anderen Agenturen besteht nicht, denn es gibt stets weit mehr Nachfrage als Angebot. Immer mehr Eltern möchten ihren Kindern eine besondere Freude mit dem Besuch eines authentischen Weihnachtsmannes oder Engels bereiten. Auch letztere vermittelt das Weihnachtsbüro in Zusammenarbeit mit der Engelagentur von Angela Jehring. Männer sind in der Saison deutlich mehr nachgefragt als Frauen, das Verhältnis ist etwa 10:1. Meist erscheint der Engel an der Seite des Weihnachtsmannes, eher selten wird nur ein Engel angefragt. Manchmal jedoch, wenn der Weihnachtsmann besonders viel zu tun hat, schickt er als Vertretung seinen schönsten Engel, wie es die Psychologiestudentin Jehring den Kindern dann erklärt.

Engel-in-Berlin

Neben dem Ehrenkodex ist auch die Kleidung sehr wichtig. Der Weihnachtsmann muss selbstverständlich eine rot-weiße Mütze und einen flauschigen Mantel tragen, einen weißen Rauschebart, weiße Handschuhe – nicht zu knapp, damit die Haut nicht hervorblitzt und er sich als gewöhnlicher Erdenmensch enttarnt –, ein Jutesack mit den Mindestmaßen 61 x 104 cm (größere Geschenke müssen angemeldet werden) und – ganz wichtig! – das goldene Buch mit den Namen und (Schand-)Taten der Kinder. So weit, so bekannt. Trotzdem gibt es hin und wieder lange Gesichter bei den Kindern. „Viele haben das Bild vom amerikanischen Santa Claus im Kopf. Der deutsche Weihnachtsmann ist jedoch viel schlanker und auch nicht mit dem Nikolaus zu verwechseln“, erklärt Henkert. Sie lebt für und liebt Weihnachten. Denn finanziell lohnt sich das Ganze auch nach zehn Jahren Erfahrung nicht. „Mein Steuerberater schlägt jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammen“, winkt sie ab. Ohne Leidenschaft für das Fest hätte sie längst aufgehört. Und diese Einstellung verlangt sie auch von den Bewerbern. „Wer als erstes nach dem Lohn fragt, ist wahrscheinlich nicht dafür geeignet“, sagt sie bestimmt.
Das Finanzielle steht bei keinem der beim Vorbereitungstreffen Anwesenden im Vordergrund. Die Unterschiede sind je nach Stadt dennoch groß, weiß Henkert, die inzwischen in ganz Deutschland und sogar nach Österreich und in die Schweiz vermittelt. In  Hamburg etwa würde für den Berliner Lohn kein Weihnachtsmann seine Rentiere einspannen, dort ist es etwa doppelt so teuer. Berliner Familien bezahlen je nach Kinderzahl und Zeit der Bescherung zwischen 30 und 50 Euro.
Die schönste Belohnung jedoch, darin sind sich alle einig, sind die leuchtenden Augen der glücklichen Kinder. Martin Gropp, in voller Montur und mit echtem, wenn auch grauem Vollbart, macht diesen Job seit sechzehn Jahren: „Angefangen habe ich als Nikolaus in Würzburg. Hier in Berlin habe ich mich dann zum Weihnachtsmann umschulen lassen“, zwinkert er. In einem Behindertenheim hatte er die schönste Bescherung. „Die Freude war riesig und am wenigsten gestellt.“

Martin Gropp als Weihnachtsmann

Für den Weihnachtsengel Ines war es der Auftritt in einer Kita. Voller Demut und Respekt vor ihrer übernatürlichen Ausstrahlung bestätigten die Kinder, dass sie ein echter Engel sei, schließlich trug sie zu Kostüm und Flügeln weiße Stöckelschuhe. Und Engel Angela hat ein achtjähriges Kind so sehr begeistert, dass es das ganze Jahr über ans Fenster lief und nach ihr Ausschau hielt.
Solche Geschichten lassen einen Petra Henkerts Begeisterung für das Fest nachvollziehen. Ihr Weihnachtsbüro ist inzwischen so bekannt, dass sie den Telefonservice auslagern musste. Trotzdem freut sie sich über weitere Familien, die beschert werden möchten und Weihnachtsmänner und Engel, die bescheren. Buchen kann man auch über die selbstgestaltete Website. Eine Garantie, dass es klappt, kann sie den Familien allerdings noch nicht geben. Dazu gibt es viel zu viele Kinderaugen.

www.weihnachtsbuero.de
www.engel-in-berlin.de

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